2008 wurde die Hafenbehörde von Marseille in Fos-sur-Mer (Frankreich) gelb und blau gestrichen. Dies lag daran, dass IKEA begonnen hatte, hier sein drittes und größtes Verteilerzentrum Frankreichs zu bauen. Die Fläche des Standorts belief sich auf 132.000 m². Die Anlage besteht aus acht Standardeinheiten mit einer Lagerfläche von 8.800 m² und einer Höhe von 13,5 m sowie zwei Siloeinheiten mit einer Lagerfläche von 14.600 m² und einer Höhe von 35,5 m.

Diese Zahlen überschreiten die höchstzulässigen Flächen gemäß den französischen Verordnungen für Lagerhallen dieser Art. Bei Bauprojekten muss bei den Behörden eine technische Planungsstudie zum Brandschutz eingereicht werden, um das Sicherheitsniveau für die Bewohner, Feuerwehrleute und Nachbarn des Konzepts nachzuweisen. Das ist genau das, was Efectis gemacht hat. Während des Projekts führte Efectis eine Kombination aus experimentellen und numerischen Bewertungen durch.

Diese dienten zur Messung des Wärmestroms bei Großbränden, der Feuer- und Rauchausbreitung, der Wärmeübertragung auf tragende Teile wie Dächer oder Trennwände und der strukturellen Veränderungen bei Beton und Stahl bei hohen Temperaturen sowie Bedingungen der Ausgänge. Auf der Basis dieser Experimente entwickelte Efectis ein Strukturdesign und ein Abschottungsdesign für Wände, Dächer und Ausstattungen. Auch für die Nachbarschaft des Gebäudes wurde ein Gesamtdesign geschaffen.

Das erforderliche Brandschutzniveau wurde nach Rücksprache mit verschiedenen zuständigen Behörden vereinbart.

Experimente wurden im Labor von Maizières-Lès-Metz (Frankreich) durchgeführt, um das Wärmeverhalten von Dach und Fassade unter außerordentlichen Hitzeeinflüssen zu bewerten.

Ein mehr als sechsstündiges Feuer diente dazu, quasi kontinuierliche Zustandsbedingungen eines langanhaltenden Feuers in einer Lagerhalle zu bewerten.

Die technische Planungsstudie zum Brandschutz untersuchte die Funktion verschiedener kombinierter Sicherheitsmerkmale: aktive Maßnahmen (Sprinkleranlagen), angepasstes Strukturdesign, hochleistungsfähige Trennwände und die Wirksamkeit speziell entwickelter Ausrüstungen wie Belüftungsöffnungen und Türen.

Das war jedoch nicht alles: es wurden auch Notfallreaktionsmöglichkeiten berücksichtigt. Dazu zählen die Nähe der Feuerwehr, die Verfügbarkeit von Wasser und die Barrierefreiheit der Anlage.

Diese umfassende Vorgehensweise führte zur Entwicklung einer einzigartigen Lagereinrichtung mit einem zufriedenstellenden Brandschutzniveau bietet. Alle Schutz- und Vorbeugemaßnahmen sind an die vorab definierten Ziele angepasst. Aufgrund dessen kann dieses Projekt als Fallstudie in Frankreich dienen. Dies gilt für die Methodologie, die gemeinsam mit den Designgestaltungen der Bauteile entwickelt wurde.